Flagge mit Logo der Bayerischen Seenschifffahrt

Die Bayerische Seenschifffahrt GmbH betreibt auf den oberbayerischen Seen Königssee, Tegernsee, Starnberger See und Ammersee eine Fahrgastschifffahrt. Mit über 30 Schiffen und rund 190 MitarbeiterInnen zählt die Seenschifffahrt zu den größeren Binnenschifffahrten in Deutschland. Insgesamt werden jährlich rund 1,5 Mio. Fahrgäste befördert.

Die Staatliche Seenschifffahrt wurde zum 1. Januar 1997 privatisiert. Das war die Geburtsstunde der Bayerischen Seenschifffahrt GmbH. Die GmbH ist aus der Privatisierung der Staatlichen Seenschifffahrt hervorgegangen. Das Unternehmen ist auch heute noch ein hundertprozentiges Beteiligungsunternehmen des Freistaates Bayern.

Der Sitz der Gesellschaft:
Seestraße 55, 83471 Schönau am Königssee

Geschäftsführer:
Herr Dipl. Betriebswirt (FH) Michael Grießer

Prokurist:
Herr Dipl. Betriebswirt (FH) Marcus Weisbecker

Schifffahrt Königssee

Heute

Der umsatzstärkste Betriebsteil beschäftigt ca. 90 MitarbeiterInnen. Sämtliche 19 Fahrgastboote werden seit 1909 rein elektrisch angetrieben. Der Strom dafür kommt aus den Batterien im Bootsrumpf. Damit die Boote einen ganzen Tag lang eingesetzt werden können, müssen die Batterien über Nacht geladen werden.

Die MitarbeiterInnen im Fahrdienst arbeiten in den Wintermonaten in ihren erlernten Berufen als Bootsbauer, Schreiner, Zimmerer, Maler, Elektriker, Sattler oder Schlosser. Dann werden die Boote repariert oder auch neu gebaut. Die überwiegend in Holzbauweise gefertigten Boote aber auch die 16 mit Holzschindeln gedeckten Hütten erfordern einen hohen finanziellen und personellen Instandsetzungsaufwand. Dieser wird aber gerne betrieben, um die Charakteristik und den Charme des im Nationalpark gelegenen Sees zu erhalten.

Der Fahrbetrieb am Königssee ist ganzjährig.

Technischer Leiter: Michael Brandner

 

Gestern

Bereits 12 Jahre nach der Gründung des Augustiner-Chorherrenstiftes in Berchtesgaden ließ der Stiftspropst 1134 eine erste Kirche auf der Halbinsel vor der Watzmann-Ostwand errichten.

Das rund 700 Jahre selbstständig gebliebene kirchliche Fürstentum wurde 1810 in das Königreich Bayern eingegliedert. Das Gebiet um den Königssee wurde das Kernstück der königlichen Hofjagd. Die Sommerresidenz der Fürstpröbste in St. Bartholomä wurde zum Jagdschloss der bayerischen Könige.
 
Bis zum Beginn der Motorschifffahrt auf dem See waren Ruderboote das einzige Verkehrsmittel. Für Wallfahrten wurden große Flachboote, die sog. „Landauer“ eingesetzt. Die Landauer werden auch heute noch für den Transport der Kühe zur Salet- und Fischunkelalm verwendet. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich die Ruderschifffahrt auf dem Königssee zu einem Erwerbszweig für die Bevölkerung. Die Durchführung des Schiffsverkehrs lag in den Händen des sog. „Schiffmeisters“ Moderegger. Im 19. Jahrhundert war die Zahl der Königsseeschiffer so stark angewachsen (ca. 150 Schiffer), dass sie sich in einer eigenen Zunft zusammenschlossen. So wurden im Jahr 1872 bereits 10.000 Personen mit den Ruderbooten über den See befördert und diese Zahl stieg bis zum Jahr 1908 auf 78.000 an.
 
Die Fertigstellung der Eisenbahnverbindung von Berchtesgaden nach Königssee im Jahr 1909 ließ eine weitere Steigerung der Königsseebesucher erwarten. Dies läutete die Zeit der Motorschifffahrt ein.
 
Mit Zustimmung des Prinzregenten Luitpold wurden im Januar 1909 vier Boote, nämlich zwei mit Petroleum befeuerte Dampfmaschinenboote, ein großes Elektroboot und ein kleines Elektroboot ausschließlich für Hofdienstzwecke bestellt.
 
Eröffnet wurde die Motorschifffahrt auf dem Königssee schließlich am 15. Juli 1909 mit dem von der Firma Siemens-Schuckert gelieferten Elektromotorboot „Accumulator“. Es fasste 38 Personen, war 12 m lang und 2,15 m breit. Die Motorleistung betrug etwa 15 PS. Die erforderliche Energie lieferte eine Bleibatterie.
 
Einige Tage nach der Indienststellung des „Accumulator“ wurden die beiden Dampfmaschinenboote „Tristan“ und „Isolde“ für je 18 Personen, 8,50 m lang und 1,75 m breit gewassert.
 
Das entsprechend seiner Bestimmung für hofdienstliche Zwecke edel ausgestattete Elektromotorboot „Gemse“ kam wenig später hinzu und war für 20 Personen bestimmt. Obwohl zunächst für Hofdienstzwecke bestimmt, wurde dieses Boot schon bald auch zur Fahrgastbeförderung eingesetzt.
 
Die Motorbootzeit war damit auch am Königssee endgültig angebrochen, die Fahrzeiten über den See haben sich mehr als halbiert. Die Eröffnung der Motorschifffahrt auf dem Königssee brachte einen allgemeinen Aufschwung des Fremdenverkehrs. Weitere Elektromotorboote wurden angeschafft. Diese hatten sich wegen ihres geräuschlosen Dahingleitens und wegen der wesentlich geringeren Betriebskosten schon bald auf dem Königssee durchgesetzt. Die günstige Stromversorgung zur nächtlichen Aufladung der Batterien war durch den Bau der „Königssee-Eisenbahn“ sowie des Wasserkraftwerks in der Gartenau möglich geworden.
 
1913 standen bereits 12 Einheiten zur Verfügung, von denen allerdings ein Großteil im Juni 1918 durch einen Brand vernichtet wurde. 1939 verfügte die Schifffahrt bereits wieder über 15 Boote. 
 
Im 1. April 1934 übernahm der bayerische Staat die bis dahin an den “Schiffmeister” Moderegger verpachtete Schifffahrt auf dem Königssee und führt diese bis heute in Eigenregie.

Am 1. Januar 1984 wurden die vier Schifffahrtsbetriebe (Ammersee, Starnberger See, Tegernsee und Königssee) zur Staatlichen Seenschifffahrt – einem Regiebetrieb des Freistaats Bayern – zusammengeführt. Seit 1. Januar 1997 dann zur Bayerischen Seenschifffahrt GmbH umfirmiert.

Ein modernes Elektroboot auf dem Königssee
Erstes Elektroboot auf dem Königssee

Schifffahrt Tegernsee

Heute
 

Der Betriebsteil Tegernsee beschäftigt rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zur Flotte gehören fünf Fahrgastschiffe. Die größten davon sind die baugleichen Schwesternschiffe ROTTACH-EGERN und TEGERNSEE. Beide sind 31,10 Meter lang und bieten Platz für jeweils 250 Personen.

In der eigenen Werft am Tegernsee werden im Winter alle notwendigen Reparaturen von den Beschäftigten selbst durchgeführt. Dabei hilft ein modernes Schwimmdock – ein schwimmender Stahlkörper, mit dem man ein Schiff vollständig aus dem Wasser heben kann, um auch den Rumpf zu reparieren.

Die Schifffahrt Tegernsee fährt von Mitte/Ende März bis Anfang November sowie in den Weihnachtsferien täglich. 

Betriebsleiter: Stephan Herbst
 

Gestern
 

Erstmals 1894 durfte ein Fischer mit Erlaubnis von Prinzregent Luitpold ein Motorschiff betreiben.

Bis zum Zweiten Weltkrieg gab es auf dem See fünf Motorboote. Während des Krieges schlossen sich drei Privatunternehmen zu einer Notgemeinschaft zusammen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Wegen Treibstoffmangels kam die Schifffahrt jedoch fast zum Erliegen. Der Bayerische Staat half und stellte zwei Elektromotorboote vom Königssee zur Verfügung. Die Elektroschiffe kehrten 1951 wieder an den Königssee zurück.

Zwischen 1951 und 1954 kaufte der Freistaat Bayern alle Schiffe und übernahm den Betrieb vollständig. Die Verwaltung lag bei der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser und Seen.

Am 1. Januar 1984 wurden die vier staatlichen Schifffahrtsbetriebe an Ammersee, Starnberger See, Tegernsee und Königssee zur Staatlichen Seenschifffahrt zusammengeschlossen – einem Betrieb des Freistaats Bayern. Seit dem 1. Januar 1997 heißt das Unternehmen Bayerische Seenschifffahrt GmbH.

Bild zeigt ein aktuelles Fahrgastschiff auf Tegernsee
Historische Ansicht einer Bootsanlieferung an den Tegernsee

Schifffahrt Starnberger See

Heute
 

Der Starnberger See, südlich von München, hat die größten Schiffe der Bayerischen Seenschifffahrt.

Das MS SEESHAUPT ist mit 60 Metern das längste Schiff und kann bis zu 800 Fahrgäste aufnehmen.
Der Galerie-Katamaran STARNBERG ist mit seinen zwei Rümpfen einzigartig auf Bayerns Seen. Er ist 56 Meter lang, 15 Meter breit und ebenfalls für 800 Personen zugelassen.
Das elektrisch angetriebene EMS BERG ist 35 Meter lang und bietet Platz für 300 Personen – eines der größten E-Schiffe auf deutschen Binnengewässern.

Insgesamt fahren am Starnberger See fünf Fahrgastschiffe. Etwa 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um den Betrieb.

Im Heimathafen Starnberg können die Schiffe mithilfe einer großen Hellinganlage aus dem Wasser gezogen werden, um Reparaturen am Rumpf durchzuführen. Im Winter werden alle Schiffe von den Beschäftigten instand gesetzt und auf die neue Saison vorbereitet. Da viele Arbeiten im Freien stattfinden, ist gutes Wetter dafür besonders wichtig – und der Saisonstart im Frühjahr oft eine große Herausforderung.

Der Fahrbetrieb läuft von Ostern bis Mitte Oktober.

Betriebsleiter: Matthias Leis

Gestern
 

Schon sehr früh war der Starnberger See ein beliebter Ort für den Adel und den königlichen Hof. Er lag nahe bei München und war über die Alte Poststraße leicht zu erreichen. Rund um den See entstanden mehrere Schlösser, die zum Aufenthalt einluden.

Bereits 1550 ließ Herzog Albrecht V. von Starnberger Handwerkern eine „Fregatte“ bauen.
Im 17. Jahrhundert schuf Kurfürst Ferdinand Maria eine prächtige Flotte. Das berühmteste Schiff war der „Bucentaur“ – ein prunkvolles Schiff mit Platz für 500 Personen, angetrieben von 110 Ruderern und zusätzlich mit Segeln ausgestattet. Bei Festen auf dem See wurde es von bis zu 34 Begleitschiffen begleitet, darunter Musik-, Küchen- und Kammerherrnschiffe.
Wegen hoher Reparaturkosten ließ Kurfürst Max II. den „Bucentaur“ 1758 abbauen.

Mit dem Jahr 1851 begann das Zeitalter der Dampfschifffahrt: Im Beisein von König Max II. wurde in Starnberg der erste Raddampfer vom Stapel gelassen.

1864 übernahm eine Aktiengesellschaft den Betrieb, bis der Bayerische Staat die Schifffahrt am 1. Januar 1915 übernahm. Zunächst betrieben die Bayerischen Staatseisenbahnen und später die Reichsbahn bzw. Deutsche Bundesbahn die Schifffahrt. Ab 1959 lag sie bei der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen.

Am 1. Januar 1984 wurden die vier Schifffahrtsbetriebe an Ammersee, Starnberger See, Tegernsee und Königssee zur Staatlichen Seenschifffahrt zusammengeschlossen – einem Betrieb des Freistaats Bayern.
Seit dem 1. Januar 1997 heißt das Unternehmen Bayerische Seenschifffahrt GmbH.

Das MS SEESHAUPT von heute
Jungfernfahrt des alten MS SEESHAUPT auf dem Starnberger See

Schifffahrt Ammersee

Heute

Bei der Zahl der Fahrgäste liegt die Schifffahrt Ammersee im Vergleich der bayerischen Seen auf Platz 2, direkt hinter dem Königssee.

Etwa 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten im Betriebsteil Inning/Stegen.

Die Flotte am Ammersee ist vielseitig: Sie verbindet historisches Aussehen mit moderner Technik. Zu den bekanntesten Schiffen gehören die beiden Raddampfer HERRSCHING und DIESSEN sowie die Motorschiffe UTTING und AUGSBURG, die im Stil der 1920er Jahre gebaut wurden.

Für Wartung und Reparaturen steht ein rund 60 Meter langes Trockendock zur Verfügung, in dem alle Schiffe regelmäßig überprüft und instand gehalten werden.

Der Fahrbetrieb findet von Ostern bis Mitte Oktober statt.

Betriebsleiter: Florian Schmid

Gestern

Die Geschichte der Ammersee-Schifffahrt begann 1877, als zwölf Bürger aus Dießen den Schiffbauer Ringmaier beauftragten, ein Dampfboot zu beschaffen. Aus Heilbronn kam schließlich ein 12 Meter langes und 2 Meter breites Boot mit 12 PS Leistung. Es wurde „Omnibus“ genannt und konnte 20 Personen befördern. Die erste Fahrt dauerte wegen technischer Probleme ganze drei Tage.

Da der Tourismus am Ammersee schon damals stark zunahm, war das Boot schnell zu klein. 1878 gründete man eine Aktiengesellschaft, die in Zürich ein größeres Schiff für 150 Fahrgäste bauen ließ. 1880 übernahm Reichsrat von Maffei die Mehrheit an dieser Gesellschaft. Weil es noch keine Bahnverbindung nach München oder Augsburg gab, richtete man auf der Amper einen Zubringerverkehr zwischen Stegen und Grafrath mit dem Flussdampfer „Maria Theresia“ ein.

Der Bayerische Staat kaufte 1906 die gesamte Schifffahrt am Ammersee für 110.000 Gulden und übergab sie der Königlich Bayerischen Staatseisenbahn. Die Flussschifffahrt auf der Amper wurde 1939 eingestellt.

Später wurde der Betrieb von der Reichsbahn und anschließend von der Bundesbahn geführt. Ab 1959 gehörte die Ammersee-Schifffahrt zur Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen.

Am 1. Januar 1984 wurden die vier Schifffahrtsbetriebe an Ammersee, Starnberger See, Tegernsee und Königssee zur Staatlichen Seenschifffahrt zusammengeschlossen – einem Betrieb des Freistaats Bayern.
Seit dem 1. Januar 1997 trägt das Unternehmen den Namen Bayerische Seenschifffahrt GmbH.

Aktuelle Aufnahme des Radmotorschiffs HERRSCHING
Das alte MS HERRSCHING